Für Christen unwählbar!?

Heute Mittag begann auf Twitter eine angeregte Diskussion zwischen @Maltis, @Rainer_Kluthe, @JanDoerrenhaus, @gedankenstuecke und mir, es ging um die Anträge zum Thema Gender- und Queerpolitik (und Folgende) die beim Bundesparteitag nächste Woche beschlossen werden sollen. Die Diskussion startete damit das Rainer zu bedenken gab das wir uns mit solchen Forderungen für Christen unwählbar machen würden.

Um was geht es also? Es geht in den Anträgen auch um die absolute Gleichstellung von Ehen die nicht aus Frau/Mann bestehen. Vor allem wurde auf das Grundgesetz §6 verwiesen:

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.

(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

Das Grundgesetz definiert aber eben nicht was Ehe überhaupt bedeutet, kann eine Ehe nicht auch zwischen Mann und Mann bestehen? Klar die Christen sagen jetzt das eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann weil es ja so in der Bibel steht, aber so leid es mir tut: Die Bibel ist nicht die Grundlage meines Denkens und sollte auch nicht die Grundlage für Gesetze sein, sie ist eine Geschichtssammlung die Uralt und x-mal übersetzt wurde und ist für mich daher als Bezugspunkt für Argumentationen zu aktuellen Fragen nicht zu gebrauchen. Oder wie es ein Nerd letztens sagte:

Man kann nicht mit einem hunderte Jahre altem Betriebssystem die Probleme von Morgen lösen.

Ein Argument das grade von Jan vertreten wurde war, dass Kinder aus gleichgeschlechtlichen Ehen, seien sie jetzt natürlich gezeugt oder durch Adoption angenommen, eher diskriminiert werden könnten. Klar Kinder sind grausam ehrlich, vor allem untereinander und glaubt mir ich weiß wie es ist diskriminiert zu werden weil man anders ist, aber auch das ist für mich kein Argument denn Kinder werden auch ausgegrenzt weil sie übergewichtig, nicht-deutsch oder rothaarig (bitte mach aus der Reihenfolge keine Wertung) sind. Man kann doch gleichgeschlechtlichen Paaren die Gleichberechtigung nicht verweigern nur weil sie dann eventuell diskriminiert werden. In diesem Fall muss sich nicht der Diskriminierte sondern der Diskriminierende ändern!

Um ehrlich zu sein: Ich möchte gar nicht das fundamentalistische Christen uns wählen. Ich meine jetzt nicht den ganz normalen Gläubigen der am Sonntag zur Kirche geht, aber das dann auch kritisch hinterfragt, ich meine die Christen die glauben das die Bibel die einzige Wahrheit ist und auch solche Sachen glauben das man Homosexualität heilen kann oder so ein Schmu, die sollen ruhig die PBC wählen.

Wahlnachlese

Gestern war es so weit: Die Landtagswahl in NRW ist gelaufen. Es ist geschafft! Kein Kleister mehr der kaum rauszuwaschen ist, keine Kabelbinder die immer dann reißen wenn man sie grade braucht, keine Infostände bei 8°C und Regen, aber auch leider keine Podiumsdiskussionen mehr, keine Diskussionen mit Bürgern mehr, keine nächtlichen Touren durch die Clubs um Flyer zu verteilen.

Nun wir haben in NRW 1,54% der Stimmen geholt, das ist etwas weniger als bei der Bundestagswahl (1,7%) aber wir sind damit auch immer noch die größte der Sonstigen. Ich denke jedem war klar das unsere Chancen wirklich in den Landtag einzuziehen eher illusorisch waren. Bei dieser Wahl ging es eher um eine Wechsel, das verleitet natürlich auch den ein oder anderen dazu strategisch zu wählen, außerdem fehlte uns in NRW ein klarer Gegner. Ich möchte auch gar nicht irgendjemanden die Schuld in die Schuhe schieben, erlaube mir trotzdem aber ein paar kritische Anmerkungen:

  1. Zentralismus ist von gestern! Wir brauchen dringend frische Ideen für die Verteilung der Mittel und des Materials. Die Einstiegsschwelle um an Material zu kommen war viel zu hoch, es war Nicht-Mitgliedern faktisch nicht möglich auf eigene Faust zu plakatieren.
  2. Wir waren viel zu lieb! Vergleiche ich die Aussagen auf den Plakaten mit denen der Bundestagswahl waren wir viel zu angepasst. Wir haben unsere Wähler gesiezt, was viele seltsam fanden und haben Sprüche gebracht die vor Polemik nur so strahlen. Dem Material fehlte leider der kreative und witzige Charme.
  3. Die „Keine Personen“-Strategie sollten wir überdenken. Zumindest für die Direktkandidaten hätte man sich auch Plakate mit deren Konterfeit und einem kreativen Spruch denken können. Die Leute wollen sich auch identifizieren.

Das war die Kurzversion, eine längere werde ich sicher auch mal irgendwo vortragen. Ich danke allen die mitgeholfen haben, vor allem der legendären Berliner Crew Seetiger, die uns in Münster sehr unterstützt hat, allen Leuten die uns beim Plakatieren, Infostand besetzen und Brefkastenflyern geholfen haben und natürlich dem besten Kreisvorstandsbeisitzer den man haben kann: Pascal ich danke dir für deinen Einsatz der weit über jedes normale Maß hinausging!

Fanboy?

Gestern sah ich mich durch diesen Beitrag von fefe genötigt diesen Tweet abzusetzen:

Ohh man der #fefe nervt langsam mit seinem Apple Gebashe! Geh doch dein Linux neu kompilieren!!!

Der Beitrag von fefe war natürlich nur der berühmte Tropfen fürs Fass. Jedenfalls wurde ich daraufhin von mehreren Leuten, vor allem @gedankenstuecke und @coraxorac, als Über-Fanboy tituliert der Apple bis in den heiligen Krieg folgen würde. Da es bei Twitter doch etwas zu knapp ist das sachlich zu verargumentieren hier meine Meinung in etwas länger:

Ich weiß nicht ob ich ein Fanboy von Apple bin, klar es nervt mich wenn Journalisten statt iPhone Iphone oder noch schlimmer I-Phone schreiben, aber nicht weil man den Namen des Herrn nicht falsch schreiben darf sondern weil es einfach nur von Unwissenheit und schlechtem Lektorat zeugt. Aber grade in letzter Zeit fällt mir auch das viele Medien, vor allem der Spiegel und Spiegel Online, vollkommen dämlich über Apple und auch das neue iPad herziehen. Natürlich kann man geteilte Meinung darüber sein ob man das iPad braucht, aber mit der Einstellung wären manche von uns wohl auch noch Einzeller. Es geht mir darum das Leute die ein iPad vermutlich noch nie in der Hand hatten und höchstens die Produktbeschreibung flüchtig überflogen haben sich den Mund darüber zerreißen das es keinen USB-Port und keinen SD-Card Slot hat (Jeder der ein iPad schon mal in den Fingern hatte würde mir zustimmen das dafür einfach kein Platz ist.). Gesteigert wird das ganze nur von den Diskussion über Flash:

Die Diskussion ob ein Gerät wie das iPhone oder das iPad Flash braucht führe ich ca. 3 mal die Woche mit Kunden (meistens Grafiker oder Webdesigner) und Freunden. Ich vertrete dabei genau eine Meinung: Bloß nicht! Flash ist veraltet, ist abhängig von einer Firma (Adobe) die als einzige sowohl die Authoringtools und den Player herstellen und ist inzwischen absolut unnötig. Grade bei manchen Piraten wundert es mich doch sehr wie sehr sie nach Flash schreien aber sonst jeden Form von Monopol ablehnen.

Natürlich hat auch Apple ein Quasi-Monopol auf dem iPhone: Der AppStore. Viele Menschen meinen es sollte mehr als einen Verkaufsort, denn das ist der AppStore, Apple verkauft die Apps nicht sondern kümmert sich nur um Abrechnung, Versand und so weiter, der Verkäufer selbst ist der Entwickler, für Apps geben. Gut dann stellen wir uns das jetzt mal vor das gäbe es auch offiziell: Jeder weiß das Handys nicht erst seit dem iPhone Apps ausführen können, die hießen damals nur nicht Apps sondern es waren kleine Javaprogramme. Woher bekam man diese Programme? Meistens von irgendwelchen etwas dubiosen Websites oder von so moralisch einwandfreien Unternehmen wie Jamba oder ähnlichen. Wollen wir das? Also ich will das nicht! Mein Mobiltelefon enthält mehr persönliche Daten als Schäuble in seinen kühnsten Träumen sammeln wollte. Ich habe fast 2.000 Kontakte, ein Bewegungsprofil, mein Kalender und natürlich auch Notizen oder ähnliches. Ich möchte deshalb doch gerne wissen welche Software da von wem auf meinem iPhone läuft, es geht hier also viel um Vertrauen und Sicherheit. Ob man jetzt deshalb gleich Pornos oder Satire nicht zulassen muss ist eine andere Sache die ich auch nicht in Ordnung finde, allerdings gibt es auch so genannte WebApps, ein gutes Framework um da was ordentliches zu machen ist zum Beispiel iWebkit.

Der dritte Punkt den viele Kritiker immer wieder erwähnen ist das man um für das iPhone zu entwickeln sich bei Apple kostenpflichtig registrieren muss und einen Mac haben muss. Was viele nicht wissen ist was man für seine 99$ bekommt: 1. ein Zertifikat fürs Code Signing, ihr könnt ja selbst mal schauen was das bei VeriSign kostet und auch Zugang zum Developer Support. Dieser Support besteht nicht aus ungeschulten Hilfskräften am Telefon die nicht wissen über was sie sprechen sondern man kann seine Fragen direkt an Apple Entwickler schicken die einem dann schnell und persönlich antworten. Wenn es seien muss lesen sie sich sogar in den Code ein und helfen dir direkt am Code. Was so etwas sonst kostet könnt ihr ja mal anfragen… Ob man jetzt fürs Entwickeln wirklich einen Mac haben muss und ob diese Einschränkung wirklich nötig ist vermag ich nicht zu beurteilen, aber es hat natürlich Vorteile eine Entwicklungsumgebung für nur ein System zu machen und wenn man gut ist hat man die 500€ für einen Mac mini auch schnell wieder raus…

Das ist erst mal meine Meinung dazu die mal raus musste, wer mich jetzt bashen will oder meint er wüsste es besser: Hit me!

Meine erste Podiumsdiskussion

Heute war es soweit: Meine erste Podiumsdiskussion stand an. Statt fand das ganze in einem Gymnasium hier in Münster, mit dabei waren: Svenja Schulze (SPD), Josef Rickfelder (CDU), Otto Reiners (Grüne), Petra Pabst (FDP), Rüdiger Sagel (LINKE) und ich als Pirat. Bevor es los ging war es eigentlich schon rech amüsant, es war halt so wie immer: Mit der SPD und den Grünen noch etwas Small Talk, die FDP und die Linke standen sehr alleine da und die CDU kam zu spät. Die Podiumsdiskussion war vom Seniorenrat, dem Jugendrat und dem Verein für Generationengerechtigkeit ausgerichtet, es ging hauptsächlich, auch natürlich wegen des Publikums, um Bildung und auch um Integration und Altersarmut.

Was mir aufgefallen ist: Unser Bildungsprogramm rockt! Grade für den Ansatz eben es nicht in 5 Jahren durchdrücken zu wollen sondern einen evolutionären Ansatz zu verfolgen gab es viel Anerkennung, auch unsere etwas lockere Art Dinge anzusprechen und auch mal kein Sakko zu tragen kam gut an. Ein paar Tipps:

  • Langsam reden
  • Wasser trinken
  • Nicht von Spitzenpolitikern unterbrechen lassen
  • Nicht verkleiden
  • Notizen machen

Ich habe davon fast alles gemacht, außer das ich leider mein Notizblock vergessen habe, aber dafür gibt es ja das Gehirn. Ich fand es eine tolle Erfahrung die Piraten mal zu repräsentieren und auf Augenhöhe mit MdLs zu diskutieren, wenn ihr die Chance habt: Nutzt sie!

Strukturdebatte? FU!

Jetzt werdet ihr denken: „Schon wieder so ein geflame, was soll der Scheiß?“ Aber versprochen: Das wird es nicht.

Ich las vorhin diesen Artikel von Alex und diesen von Andreas Popp zum Thema Kreisverband oder nicht Kreisverband und meiner Meinung nach sollten wir diese Diskussion gar nicht führen. Warum? Also sicher nicht weil Wahlkampf ist, der ist mir zwar nicht egal, aber er sollte nicht zu einer Selbstzensur führen, sondern weil es eine perfekte Struktur einfach nicht geben kann! Warum sollen wir bitte so viel Energie, Zeit und Nerven in einer wahrscheinlich nicht enden wollende Debatte stecken? Es macht keinen Sinn! Mir ist keine Firma oder Verein bekannt die bevor sie anfängt zu arbeiten erst mal sich eine perfekte Struktur und Arbeitsabläufe ausarbeitet und dann damit anfängt. Warum auch? Man kann eh nicht alle Eventualitäten abdecken und wenn man das doch probieren will wird vorher der Laden sicher pleite sein.

Genau diese Tendenz, also erst (perfekte) Strukturen und Workflows und dann arbeiten sehe ich grade aber bei den Piraten in NRW extrem. Ein gutes Beispiel war das letzte BarCamp der Piraten in Dortmund. Ich hielt einen Vortrag zum Thema „Politik iRL – Wie Politik wirklich ist“, es ging darum wie man sich vor Ort in die Politik einbringen kann und um die Erfahrungen in Münster, ich hielt meinen Vortrag mit Diskussion vor etwa 6-8 Leuten. Bei der „Gründungsveranstaltung“ der PG Struktur, die ein (perfektes) Konzept ausarbeiten soll das Alles berücksichtigt, waren es rund 20 Leute und jeder wusste was beizutragen.

Ich plädiere dringend dafür das die Piraten in NRW mal anfangen Politik zu machen, denn Politik ist nicht sich intern um irgendwelche Satzungsdetails zu zanken sondern mit seinen „Mitbewerbern“ zu reden, seine Meinung kund zu tun und in die Gremien, Räte und Parlamente zu gehen. Das Wort Parlament kommt übrigens von parlare (lat.) und das heißt reden, also da dürft ihr dann gerne wieder stundenlang um den heißen Brei reden, machen Politiker ja so 😛

Und wie machen wir jetzt weiter? Vertrauen! Warum können Piraten nicht mal anderen Piraten etwas vertrauen? Vertraut darauf das die Leute vor Ort am besten wissen was sie wollen und was sie gerne für eine Struktur vor Ort hätten. Statt ständig über die machtgeilen KV-Vorstände (muhaha welche Macht?) zu schimpfen könnte man auch mal sagen: „Mensch toll was ihr euch hier aufgebaut habt und wie aktiv ihr in der Politik seit“, aber das ist wohl unpiratig….

Rekursion

Wir dachten, es sei alles vorbei, wir machen jetzt Wahlkampf und danach geht es zurück in die Schützengräben für die Strukturdebatten, aber das wäre viel zu einfach. Am letzten Wochenende hat sich Bonn dazu entschlossen, einen Kreisverband zu gründen, der Bundesvorstand hatte dem zugestimmt und Fukami dazu beauftragt die Einladungen zu schreiben. Ich war zusammen mit @gedankenstuecke und @_Rya_ mit dabei und habe Protokoll geführt, einfach nur um die Bonner Piraten zu entlasten und als kleine Fingerübung für den Bundesparteitag in Bingen. Da am Ende der Veranstaltung das Wiki mal wieder down war, konnte ich die Schlussfassung des Protokolls erst in der Nacht gegen halb eins veröffentlichen und über die Mailinglisten jagen. Bis heute sind auf diese Mail 83 Antworten gekommen mit denselben dämlichen Flames wie vor 2 Monaten, als wir in Münster gegründet haben, mit denselben Leuten, die immer noch denken, dass es Politik sei, eine perfekte Struktur zu entwickeln oder am Infostand zu stehen.

Da wurden wieder Leute persönlich angegangen, man wirft sich alles mögliche an den Kopf und versucht wieder auf einer sehr persönlichen Ebene zu reden. Wirklich lächerlich. Die Einzige, die es mal wieder geschafft hat, ruhig zu bleiben und sachlich ihre Argumente vorzutragen, war unsere Landesvorsitzende Birgit oder @_Rya_, wie sie bei uns heißt. Und da merke ich doch, dass wir Piraten in NRW wohl noch ein paar Nicht-Nerds brauchen, die noch ein paar “Softskills” besitzen und diese auch einbringen können. Danke Birgit!

Spannend daran ist übrigens folgendes: Meistens sind die Leute, die gegen KVs wettern und rumflamen, auch diejenigen, die immer von der heiligen Außendarstellung schwafeln. Anscheinend hat so mancher noch nicht verstanden, dass unsere Mailinglisten offen sind und natürlich dort auch Journalisten, politische Gegner und Andere mitlesen. Aber das nur am Rande.

Und jetzt mal ein kleiner Disclaimer: Ich schreibe hier nur, wenn mich wirklich etwas aufregt und ich meine Meinung mal in mehr als 140 Zeichen los werden möchte. Die Arbeit bei den Piraten, leider vor allem mit Leuten außerhalb NRWs oder hier aus Münster, macht einen Heidenspaß. Ich habe in den letzten Wochen spannende neue Leute kennen gelernt. Bitte denkt nicht, dass die Piraten nur aus doofen Strukturdebatten und anderen Flamewars bestehen. Es macht immer noch Spaß, das Piratencafe zu moderieren und es ist toll, was wir alles schon erreicht haben. Lasst uns endlich richtig loslegen, auch in NRW.

Kaperfahrt ist abgesagt!

Hallo!

Heute war sie also, die von mir heiß erwartete Landesvorstandssitzung der Piratenpartei NRW in der über das Schicksal des KVs Münster gerichtet werden sollte. Und was ist passiert? Nichts! Der Vorstand brauchte echt am längsten um zu entscheiden wie man jetzt was und warum abstimmt, am Ende wurde der Antrag einfach zurückgezogen. Irgendwie etwas zu unspektakulär, aber gut.

Was mir in der Sitzung aber auch aufgefallen ist: Es ist verdammt wichtig das wir einen Vorstand haben der auch menschlich gut miteinander auskommt und über gewisse soziale Kompetenzen hat, leider ist das beim LVor manchmal etwas zu vermissen. Leuchtende Ausnahme ist hier allerdings Birgit, sie scheint eine der wenigen Piraten zu sein, vermutlich mich eingeschlossen, die auch zuhören können und nicht immer ihre Meinung als erstes raushauen müssen, als erste Vorsitzende eines solchen Haufens sicher eine gute Eigenschaft. Danke Rya, du machst deinen Job hervorragend!

Irgendwann ist ja auch gut

Hallo,

Ich dachte mal kurz nach dem PirateCamp das ich die elende Diskussion KV vs. Crews nicht mehr ertragen muss aber es geht natürlich munter weiter:

Am Wochenende tagte, diesmal ohne mich, die LMV2010.2, also der zweite Parteitag der Piraten in NRW, in Kroischenbreuch, oder wie auch immer dieser Fleck auf der Landkarte heißt und beschloss mit einem Satzungsänderungsantrag das bis nach der Landtagswahl keine weiteren Kreisverbände mehr gegründet werden dürfen und die bestehenden (Münster und Soest) keine Finanzmittel bekommen. Ich dachte mir: Na toll! Dann also so, noch mal diskutieren, Geld kriegen wir schon irgendwie zusammen, hat bisher auch immer ganz gut geklappt und wir machen einfach weiter. Aber da habe ich wohl nicht mit den Piraten aus NRW gerechnet. Heute teilte man mir mit das es beim Landesvorstand der Piraten NRW einen Antrag gibt den KV Münster für nicht gegründet zu erklären weil es angeblich Fehler im Protokoll gäbe und es deshalb keinen KV Münster gäbe. Man begründete das mit BGB und Satzung und schmiss mit Fachausdrücken nur so um sich.

Stellen wir uns doch nur mal vor das würde passieren, was wäre dann wohl in Münster los?

  1. Die Presse würde es sicher mitbekommen (Sie hat es auch schon und wir wohl drüber berichten)
  2. Die Motivation hier noch weiter Politik zu machen würde massiv sinken, unser Ratsherr wäre sicher gerne noch weiter dabei.
  3. Die Motivation hier noch einen Landtagswahlkampf mit Veranstaltungen, Diskussionen, Plakaten und Infoständen zu schmeißen wäre sicher auch nicht besonders groß.

Ich empfinde diesen Antrag, wohl bemerkt ohne uns mal vorher zu fragen, als eine Unverschämtheit! Jetzt könnte man meinen die Antragstellerin käme vielleicht aus Münster oder wäre anders davon betroffen, ist sie aber nicht.

Ich bin stocksauer deswegen und werde auch morgen in der Vorstandssitzung mal was dazu sagen, ich hoffe die Antragstellerin kommt auch und diskutiert mit.

Oh und BTW: Natürlich habe ich eine Klage gegen die LMV Entscheidung beim Schiedsgericht eingelegt, noch wurde diese aber nicht angenommen…

Es wird eine Party geben

So nach längerer Zeit und zu etwas ruhigeren Zeiten jetzt mal wieder was von mir:

Nach dem erfolgreichen PirateCamp, das wir von der PG BarCamp gut über die Bühne bekommen haben, steht für mich die nächste organisatorische Herausforderung auf dem Programm: Die Pirate Party soll in Münster wiederholt werden. Die erste Pirate Party stieg kurz vor der Bundestagswahl 2009 im Sputnik Café, leider aber mitten in der Woche, sie war deshalb auch nicht sooo gut besucht. Diesen Fehler haben wir erkannt und fangen rechtzeitig, also jetzt, mit den Planungen für die nächste Party um dann diese auch an einem Wochenende mit richtig viel Publikum und Party bis morgens um 5 machen zu können.

Im Moment ist das Hauptproblem allerdings die Kohle die eine solche Party kostet. Wir haben das letzte mal ca. 350€ dafür ausgegeben und damit das Crew Budget komplett rausgehauen. Klar sind 350€ nicht viel Geld für eine Party (nicht war liebe JuPis?), aber woher nehmen? Das freie Budget gehört der PG LTW 2010 NRW (oder wie auch immer die jetzt heißen) und der KV Münster hat kein Geld. Also brauchen wir wohl den einen oder anderen Sponsor oder wir nehmen Eintritt, was bei einer Piraten Party mit freier Musik irgendwie unpassend wäre. Aber auch das Problem werden wir lösen!

Ich werde weiter darüber informieren…

Habemus Kreisverband!

Es ist vollbracht! Heute ist der 1.2.2010 und damit ist heute offiziell der Kreisverband Münster der Piratenpartei gegründet worden. Heute Abend um 19:00 findet die erste Sitzung des Kreisvorstands statt, weitere Infos dann auf des Website der Piraten Münster.

Trotz alle Unkenrufe, Kritik und Verschwörungstheorien haben wir es geschafft diesen Kreisverband zu gründen. Warum ist das so umstritten bei den Piraten NRW? Einige sagen dass wir damit nur die Strukturen der „alten Parteien“ nachbilden und die sind ja eh Alle undemokratisch und foo. Andere sagen das wir nur die Kohle und die Macht haben wollen und wieder andere meinen das wir nur unnötigen Overhead erzeugen. Also hier mal meine 2 Cents:

Wenn das Einzige das uns von den anderen Parteien unterscheidet die Strukturen sind dann „Guten Nacht“! Wir haben ein innovatives Konzept und ein gutes Wahlprogramm, das ist IMHO viel wichtiger als irgendwelche Strukturdebatten. Wir wollen auch nicht das Geld; überhaupt: Welches Geld? Von den Mitgliedsbeiträgen kriegen wir grade mal 20%, das sind bei 50 Piraten in Münster grade mal 360€ im Jahr! Damit decken wir nicht mal die Kosten für die Verwaltung. Wir haben im Moment 2 Crews in Münster, die kriegen und haben deutlich mehr Geld zur Verfügung! Wir haben diesen KV nur gegründet um eine juristische Person zu haben die für uns in Münster verbindliche Verträge abschließen kann. Warum das? Wir haben in Münster ein Büro zur Verfügung gestellt bekommen, im Moment ist dies noch umsonst und wir müssen keine Miete bezahlen. Auf Dauer werden wir dies aber tuen müssen und was passiert dann? Sollen wir das Geld über die Crews dem Landesverband zur Verfügung stellen und dann schließt der LV für uns den Mietvertrag ab? Das wäre unnötig kompliziert. Zweites Beispiel: Wir schmeißen eine Wahlparty und mieten dafür einen Laden, wer schließt dann den Vertrag ab und kümmert sich um die Bezahlung? Der Landesschatzmeister? Der hat im Wahlkampf sicher Besseres zu tun.

Also brauchen wir eine Form einer juristischen Person vor Ort die sich um solche Sachen und um die Verwaltung der Piraten vor Ort kümmert und da wir eine Partei sind ist dies folgerichtig ein Kreisverband. Was hätten wir sonst gründen sollen? Einen Förderverein für die Förderung der Piraten in Münster? Oder einen Unterstützerkreis Piratenpartei Münster e.V.?

Diese Fragen stelle ich konkret an die KV-Hasser, denen es IMHO nur darum geht ihren Kopf durchzusetzen und mit alle Macht versuchen Recht zu bekommen. Dieser Kindergarten soll mir jetzt mal beantworten wie man das Problem der juristischen Problem anders lösen kann