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Give us the money Lebowski!

Aktuell treibt die Piraten-Meute mal wieder eine neue Sau durchs Dorf, zugegeben, ich bin gerade zu dieser späten Stunde nicht ganz unschuldig daran.

Es geht im Prinzip um eine Aktion von einigen Piraten, die, von Johannes Ponader unterstützt, für gerade diesen Geld sammeln, damit er seiner Vorstandstätigkeit ohne Restriktionen durch die ARGE nachgehen kann. Richtig angefacht wurde das ganze von zwei Jupis, genau gesagt vom Vorsitzenden und 2. Vorsitzenden der Jupis, durch einen Blogpost, den ich (und das ist noch sehr nett ausgedrückt) unter aller Sau finde. Kurz zusammengefasst halte ich den Beitrag für vollkommen unreflektiert, für drei Nummern zu groß gegriffen im Kanonensortiment und für absolut unkonstruktiv. Aber belassen wir es dabei, man muss ja auch nicht immer einer Meinung seien.

Die ganze Diskussion die daraus entsprungen ist war erschreckend. Die dumpfe Logik von „Nur wer arbeitet ist auch was wert“ wurde wieder ausgepackt, Johannes wurde quasi unterstellt dadurch nicht mehr unabhängig zu sein (sehe ich bei Beiträgen von max. 100€ monatlich von über 30 Leuten nicht) und so weiter. Für mich zeigt sich hier vor allem eins: Wir müssen unsere Vorstände endlich bezahlen!

Der Bundesvorstand der Partei hat inzwischen ein wahnsinniges Arbeitspensum, alleine durch Diskussion und Repräsentation im politischen Leben der Republik. Wenn wir mal davon ausgehen, dass wir bei der Bundestagswahl wieder geil abliefern wollen (ich will) wird das auch sicher nicht weniger. Im Moment ist es von jedem der Bundesvorstände eigentlich nicht zu schaffen ihr Amt auszufüllen und gleichzeitig so Berufstätig zu sein, wie sie es müssten um, im Zweifel, eine Familie zu ernähren.

Durch den Bundestagswahlkampf werden einige Vorstandsmitglieder, egal welche das dann sind, sicher noch stärker belastet, denn sie müssen eigentlich einen „Brot-Job“ und einen Job in der Organisation eines Wahlkampfs stemmen. Das kann nur gut gehen in dem man sich selbst massiv einschränkt, einen sehr, sehr, sehr flexiblen Arbeitgeber hat oder sich massiv verschuldet und den „Brot-Job“ schmeißt (auch das soll schon passiert sein).

Aber wie sollen wir das schaffen? Das Geld ist knapp und klar ist es im Moment unmöglich den kompletten Vorstand auch nur ansatzweise ein vernünftiges Gehalt zu zahlen. Also woher nehmen? Ganz einfach: Von den Mitgliedern. Klingt profan, aber nur so kann es gehen, wenn man sich nicht von Firmenspenden, Sponsoring usw. abhängig machen will (will ich nicht). Wir sollten dringend anfangen massiv Spenden einzufordern (freie, nicht für Bundes-IT oä., auch wenn das wichtig ist) und auch Mitglieder zu werben. Die Piratenpartei ist verdammt billig, im Vergleich zu anderen Parteien (Bei meinem Monatseinkommen würde ich bei allen anderen ein vielfaches zahlen) aber auch Kleinvieh macht Mist

Außerdem kommen bald noch die Geldregen der Parteienfinanzierung auf und zu, alleine die Landtagswahlen in Berlin, Saarland und Schleswig-Holstein dürften einiges bringen, nur blöderweise hat die Bundespartei davon fast nichts, aber auch da müssen wir ran. Der Bundesverband muss endlich ordentlich finanziert werden.

Ich schlage unabhängig von der Parteienfinanzierung vor, dass wir am Anfang alle mal anfangen §5.3 der Bundessatzung umsetzen, bei den Durchschnittsnettoeinkommen von etwa 1.600€ (so sagen es Quellen für .de) wären das 192€ pro Mitglied, also rund 6,5 Mio € im Jahr. Nicht schlecht…

Was denkst du?